Bläserklassen

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Rheinischen Musikschule Köln

Bei unserem Bläserklassenprojekt handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Peter Ustinov-Schule mit der Rheinischen Musikschule Köln. Das Projekt findet 1 x wöchentlich in der Peter Ustinov Realschule statt.Z.Zt. haben wir 3 verschiedene Gruppen auf unterschiedlichem Leistung und Ausbildungsstand (Anfänger, Fortgeschrittene, "Band"). Die Anfängerklasse besteht aus den neuen Schülern der Kl. 5. Erstmalig in diesem Schuljahr findet diese Anfängerklasse während des Kernunterrichts wahlweise zum Kunstunterricht statt.

Die Anfänger-Gruppe:
Anfänger   Anfänger
 
Nach einer Grundausbildung von 2 Jahren (Notenlehre, Rhythmik und Instrumentalunterricht) können die Schüler/innen auf Wunsch zum Fortgeschrittenen Kurs wechseln. Nach weitem 1-2 Jahren ist ein weiterer Übergang zur "Band" möglich. Der Wechsel hängt hier von dem persönlichen Leistungsstand und der musikalischen Entwicklung des Einzelnen ab.
Die Fortgeschrittenen-Gruppe:
Anfänger
 
Anfänger

Während in den Anfänger und Fortgeschrittenen Gruppen ausschließlich Schülerinnen und Schüler der Schule spielen, sind in der "Band" auch noch einige ehemalige Schüler, oft bis zum Abitur, die das Spiel der Jüngeren unterstützen.

Die Band bei verschiedenen Auftritten:
Band
 
Band

1. Pädagogische Zielsetzung

Die Peter Ustinov Schule hat vor 8 Jahren mit diesem Projekt begonnen als Stadtteilpunktschule mit einer Eltern/Schülerschaft, für die Musizieren nicht zum Lebensalltag gehört. In der Überzeugung, dass Musik zur Menschenbildung beiträgt, dass sie sowohl soziale Kompetenz als auch Tugenden wie Ausdauer, Rücksicht, Verantwortungsbereitschaft dem Anderen gegenüber fördert, hat sich die Schule entschlossen, unseren Schülern ein solches Projekt anzubieten.

Durch die vergleichsweise geringen Gebühren für Kurse und Leihinstrumente können auch Kinder ohne finanzstarke Eltern an diesem Projekt teilnehmen. Somit sind die Bläserklassen ein soziales Projekt, bei dem auch Kinder aus weniger begüterten Familien die Chance auf eine musikalische Ausbildung erhalten. Im Laufe der Jahre sind hierdurch musikalische Talente entdeckt und gefördert worden.

2. Nachhaltigkeit

Die individuelle, personalaufwendige und intensive Betreuung in den Musikkursen führt zu einer besonderen Förderung der Schüler/innen. Neben der Liebe zur Musik ist auch Disziplin und Durchhaltevermögen gefordert und Solidarität mit einer Gruppe, mit der man über Jahre hinweg Musik macht und für die jeder Einzelne ein unverzichtbarer Stützpfeiler im Zusammenwirken des Ganzen ist.

Die Nachhaltigkeit dieser o.g. Fähigkeiten/Tugenden lässt sich u.a. daran ablesen, dass viele Schüler auch nach der Realschulzeit solange in der "Band" spielen, bis berufliche Gründe keine Zeit mehr für die Probenarbeit lassen. Gelegentliche Besuche bei der Probenarbeit und/oder bei Konzerten der "Band" zeigen die tiefe Verbundenheit vieler "Ehemaliger" auch nach ihrer aktiven Zeit.

Anekdotisches

Neben den vielen Konzerten und anderen Auftritten unser "Bläser' (z.B. regelmäßige "Buchungen" für die Martinszüge ortsansässiger Grundschulen) war für uns ein besonderes Ereignis, dass im Jahr 2005 der Rotary Club der Rheinischen Musikschule eine komplette Ausstattung für eine Bläserklasse (30 Instrumente) zur ausschließlichen Nutzung durch die Peter-Ustinov-Schule zur Verfügung stellte. In dem Festakt wurde von den Schenkenden betont, dass unser Konzept, auch Kindern aus ärmeren oder bildungsferneren Familien eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen, überzeugt hatte.

Als Anekdote sei hier erwähnt, dass einer unserer Anfängerschüler, ein kleiner Junge afrikanischer Abstammung, bei seinem ersten Konzert am Schlagzeug spielte. Seine anwesende Familie war davon so begeistert, dass sie spontan aufstanden und singend, klatschend, tanzend nach vorne kamen und somit zur Gestaltung des weiteren Konzertes beitrugen. Die Stimmung war "bombig"!!!

Spezieller pädagogischer Ansatz der Schule

Das Zusammenleben in einer pluralistischen, multikulturellen und multi ethnischen Gesellschaft ist in besonderer Weise auf die Entwicklung von Respekt unter den einzelnen Teilnehmern angewiesen.

In unserer pädagogischen Arbeit fühlen wir uns als Schule unserem Namensgeber Sir Peter Ustinov verpflichtet, der einen Weltbürger verkörpert und für den Respekt die Grundlage jeder Beziehung darstellte. (Die einzige Heimat, die zählt, ist das zivilisierte Benehmen")

Zudem spiegelt unsere Schülerschaft in ihrer vielfältigen und multikulturellen Zusammensetzung das Umfeld der Schule wieder, das multi-ethnisch geprägt ist.

Daher sehen wir unsere pädagogische Arbeit u. a. darin, unsere Schüler in ihrer Persönlichkeitsfindung zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, in dem geschützten Raum der Schule ihre Schwächen bzw. Stärken zu erkennen, um daran arbeiten zu können, denn reflektiertes und verantwortliches Handeln stellt die Grundbedingung für ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft dar.

Im Sinne der Friedenserziehung und im Zuge der europäischen Integration ist es besonders wichtig, dass die zukünftigen Mitgestalter dieser Gesellschaft in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht nur die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Interessen sehen, sondern auch die der anderen, dass sie zu Toleranz und Empathie fähig sind und Verantwortung für sich und den Mitmenschen zeigen, aktiv auch für die Interessen der anderen eintreten und Zivilcourage zeigen können, wenn nötig. In diesem Sinne legen wir Wert auf integrative Arbeit, die u.a. auch zum Abbau von Vorurteilen dient.