Vorwort

Unser Schulprogramm hat sich über einen längeren Zeitraum (1998-2011) entwickelt. Die ersten Arbeiten zum Schulprogramm begannen 1996 mit einer Fortbildung zur Gewaltprävention. Daraus entwickelten sich einerseits als pädagogischer Schwerpunkt das Projekt zur Mediation und andererseits der "pädagogische Arbeitskreis".

Die Schulprogrammentwicklung wurde fortgesetzt mit einer Bestandsaufnahme aller Aktivitäten an der Schule im Sommer 1998, aus der sich das damalige Schulprofil der Schule ablesen ließ.

Mit Beginn des Schuljahres 1999/2000 gründete sich eine „Steuergruppe“ zum Schulprogramm. Die letzte Fassung des Schulprogramms aus dem Jahr 2005 wurde 2011 überarbeitet, aktualisiert oder neu formuliert. Das Leitbild wurde verkürzt und ist somit einprägsamer. Die neuen Arbeitsbereiche wurden in das Schulprogramm integriert (Förderkonzept, Übermittagsbetreuung, Helfersysteme etc.).

Auch die Kooperation mit außerschulischen Partnern entwickelte sich kontinuierlich weiter. Wir arbeiten z. Z. (2015) zusammen mit:

  1. der Deutschen Bahn - in der Berufswahlvorbereitung
  2. der Rheinischen Musikschule - bei unserem Musikprojekt (Bläserklassen)
  3. der Polizei - bei der Gewaltprävention
  4. der AWO (Arbeiterwohlfahrt) - bei der Übermittagsbetreuung
  5. InVia - beim "Lernen durch Engagement"
  6. der Peter-Ustinov-Stiftung
  7. Marriott-Hotels Köln

Der Prozess der Schul(programm)entwicklung wird auch in den nächsten Jahren fortgesetzt. Die (landes-)politischen, ökonomischen und pädagogischen Rahmenbedingungen werden eine Fortführung bzw. Umgestaltung auch weiterhin erforderlich machen. Das hier vorgelegte Schulprogramm ist deshalb zwar eine Momentaufnahme, aber auch eine Orientierung für die nächsten Jahre (Zielvorgabe und Arbeitsplan).

Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich für die intensive Arbeit der Steuergruppe bedanken. Auch haben die konstruktiven Anregungen des gesamten Kollegiums und der Elternschaft zum Gelingen beigetragen.

Ich bin überzeugt, dass auch diese Fortführung des Schulprogramms als Ausdruck einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage an unserer Schule eine positive Orientierung für die nächsten Jahre geben wird.

Peter Szidat (Schulleiter)

 

Peter Ustinov und unsere Schule

Wer ist eigentlich dieser Peter Ustinov, der sicherlich namentlich vielen bekannt ist?

Am 16. April 1921 kommt Peter Ustinov als Sohn eines russisch-deutschen Journalisten und einer französischen Maskenbildnerin in London zur Welt. Sein Stammbaum erstreckt sich von Italien bis nach Äthiopien. Er wächst viersprachig auf. Schon seine Herkunft weist auf sein späteres Weltbürgertum hin.

Neben der Schauspielerei arbeitet er als: Regisseur, Maler, Bühnenbildner, Erzähler, Synchronsprecher, Journalist, Schriftsteller, Rektor der Universität Durham, Mitglied der Académie des Beaux Arts etc. Mit tiefgründigem Humor und feinsinniger Ironie weist er als Schriftsteller mit dem Finger auf menschliche Schwächen, ohne mit seinem liebevollen Spott zu verletzen.

Seit 1968 betätigt er sich als UNICEF - Botschafter und ist karitativ engagiert. In dieser Funktion setzt er sich für die Kinder der Welt ein und gründet eine eigene Stiftung. Die Peter-Ustinov-Stiftung beteiligt sich gezielt an vorbildlichen Projekten, die von erfahrenen und vor Ort ansässigen Fachleuten betreut werden. In den letzten Jahren seines Lebens widmet sich Peter Ustinov der Vorurteils-Forschung und gründet zwei Lehrstühle (Wien und Durham).

Warum passt der Name Peter Ustinov zu unserer Schule?

Durch unser Umfeld ist unsere Schülerschaft international und multi-ethnisch geprägt. Peter Ustinov stellt aufgrund seiner Herkunft eine Persönlichkeit dar, mit der sich unsere SchülerInnen identifizieren können. Gleichzeitig verkörpert er einen Weltbürger und Europäer. ("Die einzige Heimat, die zählt, ist das zivilisierte Benehmen"). Respekt gegenüber anderen war für ihn Grundlage jeder Beziehung. Aufgrund seiner

  • Internationalität,
  • politischen Neutralität in der Gesellschaft (keine Parteizugehörigkeit),
  • Unterstützung karitativer Projekte (Peter Ustinov Stiftung),
  • Arbeit gegen Vorurteile (Lehrstuhl in Wien gegründet),
  • Förderung der Chancengleichheit,
  • Aktivitäten für UNICEF (40 Jahre Botschafter),
  • und seines Humors

kann er für viele SchülerInnen als Vorbild und Orientierung dienen.

Eine äußerst treffende Charakterisierung von Peter Ustinov schrieb Roger Willemsen ("Die Zeit" v. 01.04.04):

"Ein Weltbürger zu sein - das dürfen nur wenige von sich behaupten. Ustinov erzählte gern, er sei in Leningrad gezeugt, in London geboren und in Schwäbisch Gmünd getauft worden. Gefühlt hat er sich wohl als Russe, und das Englische war ihm die nächste Sprache. Und doch glaubte er an die Fülle des Deutschen...

Ein Humor, der aus Mitgefühl und Menschlichkeit erwuchs... Ustinov war nicht nur Bürger aller Welt, sondern auch aller Epochen. ...In der römischen Geschichte ebenso beheimatet wie in der Renaissance-Malerei oder in der Comedy der Gegenwart, gab es kein Gebiet, für das er sich nicht interessiert hätte.

Es gab nichts, was er nicht der Lächerlichkeit hätte preisgeben können, doch nicht aus Überlegenheit oder Hochmut, sondern aus Empathie und fundamentaler Menschenliebe. Sein Humor war human, Herablassung war ihm fremd. Dabei war Ustinov wunderbar selbstironisch ..."

 

Förderkonzept

Grundsätze

Wir gehen von einem erweiterten Lernbegriff aus. Im Unterricht wird nicht nur fachlich gelernt, sondern es werden auch soziale und emotionale Fähigkeiten vermittelt. Individuelle Förderung bedeutet für uns, dass die Schülernicht nur Wissen erlernen, sondern auch ihre Interessen und Stärken in der Schule entwickeln können. Wir bieten deshalb verschiedene Möglichkeiten an, diese Stärken auszubauen. Aktives Lernen soll u.a. durch kooperative Lernformen im Unterricht oder durch fächerübergreifende Lernarrangements (auch Projekte) gefördert werden. Die Schüler sollen zunehmend eigenverantwortlich und selbstständig lernen und arbeiten können. Als Paten (Lernpaten, Tutoren etc.) übernehmen ältere Schüler auch Verantwortung für jüngere.

Fachliche Förderung
Grundsätzlich findet die fachliche individuelle Förderung (Wissenserwerb) im Unterricht statt. Die Schüler mit Migrationshintergrund erhalten in den Jahrgangsstufen 5 und 6 zwei zusätzliche Stunden Deutschunterricht (kleinere Gruppen). In der Jahrgangsstufe 7 werden für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch Förderinseln zusätzlich zum Unterricht angeboten. Schüler können hier für einen begrenzten Zeitraum Defizite aufarbeiten. In der Übermittagsbetreuung wird die Hausaufgabenbetreuung durch Tutoren der Jahrgangsstufe 10 unterstützt. Schüler, die voraussichtlich zum Gymnasium wechseln werden, wird eine Zusatzförderung (auch abhängig von den Ressourcen) in den Hauptfächern angeboten, so dass der Übergang besser gelingt. Alle Schüler werden auf die zentralen Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufe 10 vorbereitet (Schwerpunkt Aufgabenstellung). Die Ergebnisse der Lernstandserhebung in Jahrgangsstufe 8 werden detailliert für jeden einzelnen Schüler ausgewertet. Zukünftig sollen Lernportfolios entwickelt werden. Diagnoseinstrumente und Evaluationsmöglichkeiten für den Fachunterricht sollen weiter entwickelt werden (siehe Fortbildung).
Förderung von Sozialkompetenzen
Um die Übernahme von (Eigen-) Verantwortung zu stärken, entwickeln wir Helfersysteme für Schüler:
  • Wir bilden Tutoren in den Jahrgangsstufen 9 und 10 aus.
  • Wir arbeiten seit 1998 erfolgreich mit Schüler-Mediatoren.
  • SV-Sporthelfer werden ausgebildet.
  • Es gibt Paten für die Jahrgangsstufen 5 und 6.
Darüber hinaus werden Sozialkompetenzen vermittelt durch Unterrichtseinheiten in den Jahrgangsstufen 5 und 6, die sich an Materialien von „Lions-Quest“ anlehnen. Die Klassenlehrer erhalten dafür eine zusätzliche Förderstunde. Im Jahrgang 7 bearbeiten alle Schüler zusätzlich zum Unterricht ein Projekt zur „Suchtprävention“. Die Schülerbibliothek (Leseförderung) wird von Schülern der Jahrgangsstufen 8 bis 10 gestaltet und verwaltet.
Förderung von Lernkompetenzen
Zusätzlich zum normalen Unterricht finden regelmäßig Projekttage zur Vermittlung von Lernkompetenzen statt (näheres siehe unter „Lernen lernen“). Diese Fähigkeiten werden im Fachunterricht anschließend geübt und integriert. Kooperative Lernformen sind Bestandteil des Unterrichts.
Musisch-künstlerische Förderung
Die Entwicklung musisch-künstlerischer Ausdruckformen hat sich in den letzten Jahren als ein Schwerpunktprojekt entwickelt. Es geht dabei um das Erlernen emotionaler Ausdrucksformen, die Stärkung von Stärken der Schüler, das Erlernen von Konzentration und Kooperation und das Lernen durch Erfolg (Auftritte, Präsentationen etc.). Die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten sollen erweitert werden. Hierbei arbeiten wir mit einigen außerschulischen Partnern zusammen: Rheinische Musikschule Köln, Peter-Ustinov-Stiftung, Junge Theatergemeinde Köln (näheres siehe unter „Musisch–künstlerische Erziehung“).
Schülersprechtag
Schülersprechtage bieten die Möglichkeit der individuellen Beratung der Schüler. Alle Schüler nehmen daran teil. Darüber hinaus werden regelmäßig Beratungen und Unterstützungen durch die Fachlehrer und Klassenlehrer angeboten („Was kannst du wie und in welchem Zeitraum lernen oder wiederholen?“). Regelmäßige Lernbeobachtungen bilden die Grundlage der Beratung.
Berufswahl (siehe Konzept zur Berufswahl)

 

Lernen lernen- Vermittlung von Lernkompetenzen

Was ist "Lernen lernen"?

„Lernen lernen“ ist ein Konzept, das wir von der Jahrgangsstufe 5 bis 10 mit dem Ziel durchführen, den Schülern Methodenkompetenz sowie Team- und Kommunikationsfähigkeit zu vermitteln. Die Schüler sollen dadurch befähigt werden, ihre Lernprozesse selbst zu organisieren und eigenverantwortlich zu gestalten.

Warum "Lernen lernen"?

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich durch einen rasanten Zuwachs von Wissen auszeichnet, in der Menschen mit einer Informationsflut durch die Medien konfrontiert sind und in der lebenslanges Lernen u. a. durch sich schneller verändernde Berufsbilder notwendig ist. Deswegen sehen wir unseren Auftrag in der Vermittlung von Schlüsselkompetenzen.

Wie setzen wir "Lernen lernen" in der Schule um?

Pro Schulhalbjahr finden zwei bis drei Schwerpunkttage statt, an denen bestimmte Techniken mit den Schülern erarbeitet und eingeübt werden. Diese bilden die Voraussetzung für die selbstständige Auseinandersetzung mit Lerninhalten. Die erlernten Techniken werden in den alltäglichen Lernprozess integriert, so dass eine dauerhafte Entwicklung und Festigung von Lernkompetenz gewährleistet ist. Dabei werden die Schüler in ihrer Methodenkompetenz, Team- und Kommunikationsfähigkeit durch Einbeziehung kooperativer Lernformen geschult und gefördert.

Beispiele für Methodentraining und Lerntechniken:

  • Mind-Mapping
  • Lesetechniken
  • Präsentationstechniken

Beispiele für kooperative Lernformen:

  • Think / Pair / Share
  • Vorwissensspirale
  • Expertenpuzzle

 

Helfersysteme

Durch die Helfersysteme soll sowohl die Eigenverantwortung als auch die Sozialkompetenz der Schüler gestärkt werden. Das Helfersystem unserer Schule umfasst:

  • Mediatoren / Paten
  • Tutoren
  • Sporthelfer

Durch ihren Einsatz in der Schule bereichern sie das Schulleben aller Beteiligten.

Mediation

Die Schülerstreitschlichtung dient einem gewaltfreien Schulklima und stärkt die Fähigkeit zur selbstverantwortlichen und friedlichen Konfliktlösung. Die Schüler lernen Rücksicht auf andere zu nehmen, Verständnis füreinander zu entwickeln, zu kooperieren und fair miteinander umzugehen.

Die Schülerstreitschlichtung nach dem Bensberger Mediationsmodell wird seit dem Schuljahr 1999/2000 an unserer Schule angeboten:

  • In jeder großen Pause kann im Schlichtungsraum die Hilfe der Streitschlichter in Anspruch genommen werden.
  • Die Mediatoren helfen als „Pausenengel“ bei Streitigkeiten auf dem Schulhof.
  • Sie sind Paten für die Schüler Jahrgangsstufe 5.
  • Sie sind Ansprechpartner während der bewegten Mittagspause.

Die Ausbildung der Mediatoren erfolgt in Jahrgangsstufe 9 und beinhaltet nonverbale und verbale Kommunikation, aktives Zuhören, Ich–Botschaften, Deeskalationstechniken, Rollenspiele und das „Ritual der Schlichtung“. In Jahrgangsstufe 10 übernehmen die Mediatoren die Schülerschlichtungen und werden hierbei weiterhin von den Ausbildungslehrern geschult und begleitet. Die Schüler bekommen ein Zertifikat über ihre Ausbildung und die Tätigkeit als Mediatoren.

Projekt „Auszeit“

Suchtpräventive Maßnahmen sind geeignet, bei Jugendlichen den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu vermeiden beziehungsweise hinauszuzögern. Im Projekt „Auszeit“ erfahren die Schüler im Rahmen der Suchtprävention eine Stärkung des Selbstwertgefühls und der Erlebnisfähigkeit. Altersangemessene Informationen über Süchte und Suchtverhalten bieten Anlass zum Gespräch. Dieses Projekt findet in kleinen Schülergruppen im siebten Jahrgang statt. In Rollenspielen und erlebnispädagogischen Aktionen setzen sich die Schüler mit sich und der Gruppe auseinander und entwickeln Ideen und Strategien zur Prävention.

Tutorensystem

Das Tutorensystem unserer Schule ergänzt und bereichert das Unterrichtsangebot im Bereich der individuellen Förderung. Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 engagieren sich als Tutoren und übernehmen Verantwortung für Mitschüler und Schule. Nach einer theoretischen Einführung in Jahrgangsstufe 9 arbeiten diese Schüler in der Hausaufgabenbetreuung mit. Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 unterstützen die Fachlehrer in den Förderinseln (Deutsch / Mathematik / Englisch) für die Jahrgangsstufe 7. Ihre Funktionen sind hierbei die Wissenslücken zu schließen und durch Wiederholungen und Übungen Wissen zu festigen. Weiter sollen sie Strategien zum selbstständigen Lernen entwickeln und den Schülern zeigen, wie man mit Spaß lernen kann.

Das Tutorensystem sorgt dafür, dass die Schule an sozialer Wärme gewinnt. Schüler mit Lernschwächen erhalten effektive Hilfe. Dies fördert die Identifikation mit der Schule und mindert Schulfrust.

Ausbildung der Tutoren:

Die Tutoren

  • entfalten soziale, pädagogische und rhetorische Kompetenzen,
  • lernen selbstverantwortlich Lernprozesse zu gestalten, Lerninhalte zu präsentieren und eine Gruppe zu leiten,
  • festigen und erweitern ihre Fachkompetenz (durch Wiederholung von Lerninhalten gewinnen sie fachliche Sicherheit).

Sporthelfer

Sporthelfer sind speziell ausgebildete Schüler, die sich im außerunterrichtlichen Schulsport engagieren. An unserer Schule werden seit dem Jahr 2000 Sporthelfer ausgebildet.

Die Ausbildung erfolgt zu Beginn der Klasse 9 durch entsprechend ausgebildete Sportlehrer und findet sowohl in unserer Schule, wie auch in Kooperation mit anderen Schulen und Sportschulen statt.

Die Ausbildung zum Sporthelfer umfasst folgende Bereiche:

  • Kenntnisse über Schul- und Vereinssport
  • qualifizierte Durchführung von Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten mit Kindern und Jugendlichen
  • Kenntnisse methodischer Prinzipien
  • Gesundheits- und Sicherheitsaspekte
  • Kenntnisse über sportpraktische Inhalte, zum Beispiel Variationen kleiner Spiele, Trendsportarten, …

Sporthelfer sollten folgende Voraussetzungen vorweisen:

  • Affinität zum Sport
  • hohes soziales Verantwortungsbewusstsein
  • befriedigende schulische Leistungen

Sporthelfer werden im außerunterrichtlichen Sport eingesetzt, zum Beispiel:

  • im Pausensport
  • in AGs (Tanzen, kleine Spiele, …)
  • bei Schulsportveranstaltungen (schulinterne Turniere, Schulmarathon, …)
  • bei außerschulischen Veranstaltungen (Stadtmeisterschaften, Wettkämpfe, Köln Marathon)

 

Beratungskonzept

Beratung als zentrale Aufgabe

Aufgrund sich permanent verändernder Lebens- und Lernsituationen wird die präventive und fördernde Beratung und Unterstützung von Schülern und Eltern durch die Schule immer wichtiger und ist deshalb Aufgabe aller Lehrer. Zusätzlich steht neben dem Kollegium eine Beratungslehrerin zur Verfügung. Die Beratung dient der Lösungsfindung bei persönlichen und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten sowie bei Lerndefiziten. Sie vermittelt auch Hilfe von außerschulischen Kooperationspartnern. Ziel unserer Beratung ist „Hilfe zur Selbsthilfe und Eigenverantwortung“.

Grundsätze der Beratung
  • Beratung versteht sich als freiwilliges Angebot.
  • Beratung ist absolute Vertrauenssache, Beratungslehrer unterliegen der Schweigepflicht.
Beratung an unserer Schule
AdressatThemaAnsprechpartner
Schüler Lernen Klassen- / Fach- / Beratungslehrer
  Sozialverhalten / Konflikte Klassenlehrer / Streitschlichter / Beratungslehrer
  Schullaufbahnberatung Klassen- / Beratungslehrer
Eltern Lernen Klassen- / Beratungslehrer
  Sozialverhalten Klassen- / Beratungslehrer

Beratung an unserer Schule umfasst folgende Bereiche:

Einzelfallberatung als Lernberatung

Häufig zeigen Schüler aus verschiedenen Gründen (pubertäre Probleme, Schulangst, Schulunlust, persönliche und familiäre Konfliktsituationen usw.) stetigen oder plötzlichen Leistungsabfall. Die Lernberatung besteht aus einer Bestandsaufnahme des aktuellen schulischen und häuslichen Lernverhaltens des Schülers und seines sozialen Umfelds. Geeignete Hilfe, Trainings- und Verhaltenstipps, auch erkannte Lernhemmnisse können mit den Schülern und Eltern gemeinsam erarbeitet werden.

Konfliktberatung

In diesen Bereich fallen Konflikte der Schüler untereinander, aber auch mit Eltern, Lehrern oder sonstigen Personen, sowie allgemein belastende Lebenssituationen. Die Konfliktberatung soll Schülern eine Sichtweise auf ihre Probleme eröffnen, die sie dazu befähigt eigene Lösungsvorschläge zu finden. Im vertraulichen Gespräch können im Rahmen der Beratung mehrere Lösungsansätze durchgespielt werden. Der Schüler entwickelt damit das Selbstvertrauen, aus eigener Kraft Probleme lösen zu können.

Schullaufbahnberatung

In der Schullaufbahnberatung werden das Lernverhalten des Kindes und seine individuellen Voraussetzungen ausgelotet und mögliche Hilfen angeboten, um es bestmöglich zu unterstützen.

Die Schulleitung ist in die Beratung eingebunden und unterstützt in schwierigen Fällen Lehrer, Eltern und Schüler.

 

Bibliothek

„Ein Land ohne Bibliotheken wäre wie ein Garten ohne Pflanzen, eine Wiese ohne Blumen…“
(Umberto Eco, Der Name der Rose)

Die Schulbibliothek wird als pädagogische Einrichtung genutzt, die ihren Ort auch im Unterricht hat, wie etwa der Fachraum oder die Lernwerkstatt. Selbstständiges Lernen, Methodentraining und Leseförderung sollen dabei im Vordergrund stehen. Die Schüler können hier auch verschiedene Arbeitstechniken einüben (richtiges Nachschlagen oder die Recherche).

Die Schulbibliothek „Bücherwurm“ existiert seit 2004 und ist jeden Tag in den großen Pausen für unsere Schüler geöffnet. Die Schüler der Bibliotheksgruppe betreuen die interessierten Schüler.

Wir haben uns vorgenommen folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • die Chancengleichheit verbessern
  • die Voraussetzungen für ein individualisiertes Lernen verbessern
  • Bücher und Medien für die Schüler sowie für die Lehrkräfte bereitstellen
  • den Unterricht unterstützen und bereichern (einschließlich des eigenständigen Lernens und Erarbeitens von Inhalten)
  • ein Ort für sinnvolle Freizeit- und Pausengestaltung (im Rahmen der Ganztagsschule bzw. der Übermittagsbetreuung - einschließlich Hausarbeiten usw.) sein
  • möglichst viele Kinder an das eigenständige Lesen und die Freude an und mit Büchern heranführen.

Folgende Kompetenzen fördert unsere Schulbibliothek:

  • Informationskompetenz
  • Lesekompetenz
  • Medienkompetenz und
  • soziale Kompetenz.

„Die Schulbibliothek stellt Informationen und Ideen zur Verfügung, die grundlegend für ein erfolgreiches Arbeiten in unserer stetig wachsenden informations- und wissensbasierten Gesellschaft von heute sind. Die Schulbibliothek rüstet die Schüler mit der Fähigkeit zum lebenslangen Lernen aus und entwickelt ihre Vorstellungskraft. Damit versetzt sie sie in die Lage, ein Leben als verantwortungsbewusste Bürger zu führen.“ (Manifest der UNESCO, im Jahr 2000)

 

Musisch-künstlerische Erziehung

Wir betrachten Bildung als ganzheitlich und in diesem Sinne ist Bildung nicht nur die Vermittlung kognitiven Wissens. Wir möchten den Schülern unserer Schule die Möglichkeit der kulturellen Bildung in Form einer musisch-künstlerischen Erziehung bieten, denn kulturelle Bildung ist immer auch Persönlichkeitsbildung. Mit der musisch-künstlerischen Erziehung zielen wir auf die Entwicklung und Entfaltung einer ganzheitlichen Persönlichkeit unter Einbeziehung individueller Stärken unabhängig von der sozialen Herkunft.

Dementsprechend dient die musisch-künstlerische Erziehung

  • der kulturellen Bildung,
  • der Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit; in diesem Sinne auch der individuellen Förderung,
  • dem Erlernen von Sozial-und Teamkompetenzen,
  • der Integration,
  • der Förderung der Empathie- und Toleranzfähigkeit durch das Hineinschlüpfen in andere Rollen,
  • der Erweiterung der Handlungsfähigkeit durch das Kennenlernen neuer Handlungsmuster und Handlungsoptionen.

Kunst und Kultur sind seit Jahren fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit, dies spiegelt sich in den Angeboten aus dem künstlerisch-kulturellen Bereich. Diese Angebote bieten wir u.a. auch mit außerschulischen Partnern.

  • Bläserklassen (Rheinische Musikschule)
  • MUS-E Klassen (Peter-Ustinov-Stiftung)
  • Chor (schuleigene Musiklehrer)
  • Rock-Pop-Band (schuleigene Musiklehrer)
  • Theater-AG (schuleigene Lehrer)
  • Theater-Abo (in Zusammenarbeit mit der Theatergemeinde Köln)
  • Kulturveranstaltungen
  • Kulturabende mit den Ergebnissen der Arbeitsgemeinschaften und Schülerdarbietungen sind fester Bestandteil des Schullebens.

Unsere Vision ist es, die musisch-künstlerische Erziehung auszubauen und einen musisch-künstlerischen Schwerpunktbereich zu implementieren.

 

Berufswahl

Die Berufswahlvorbereitung ist seit Jahren fester Bestandteil unserer schulischen Arbeit. Hauptsächlich in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 gibt es für die Schülerinnen und Schüler verschiedene Angebote. Die Berufswahlvorbereitung ist verbindlicher Bestandteil des Unterrichts (Deutsch, Politik, Ergänzungsunterricht - schriftliche Bewerbung, Eignungstests, Vorstellungsgespräch, Vor- und Nachbereitung des Praktikums mit u. a. einer Ausstellung für Eltern und Schüler). Ein Besuch im BIZ (Berufsinformationszentrum) gehört ebenfalls dazu, sowie die Anleitung der Schüler zur Führung eines Berufswahlpasses.

Alle Schüler nehmen in der Jahrgangsstufe 9 an einem dreiwöchigen Betriebspraktikum teil. Die selbstständige Suche nach einem Praktikumsplatz ist verpflichtend. Sie soll eine willkommene Gelegenheit sein, die eigenen Bewerbungsfähigkeiten schon einmal in der Praxis zu testen. Die Erstellung einer Praktikumsmappe (auch als schulischer Leistungsnachweis) gehört mit zum Praktikum. Unsere Schüler erhalten über die erfolgreiche Teilnahme am Betriebspraktikum eine Zeugnisbemerkung. Die Betriebe werden von uns gebeten, den Schülern eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme am Praktikum auszustellen, die sie zu ihren Bewerbungsunterlagen nehmen können.

Während und außerhalb der regulären Unterrichtszeit finden Betriebserkundungen statt. Grundsätzlich besteht eine vertraglich vereinbarte Kooperation mit dem Kaufhof und der Deutschen Bahn. In enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt steht den Schülern der Berufsberater, z.B. an Elternsprechtagen in unserer Schule, zur Verfügung. In der Schule führen in der Jahrgangsstufe 9 außerschulische Partner ein Kompetenzfestellungsverfahren durch. Um unsere Schüler fit für die Bewerbung zu machen, bieten wir ein erweitertes Bewerbungstraining mit Vertretern der Wirtschaft (u.a. Kaufhof, Barmer GEK und Deutsche Bahn) an. Außerdem bieten wir unseren Schülern die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Informationsveranstaltungen (u.a. Tag der Wirtschaftsjunioren, Markt der Möglichkeiten, Ausbildungsmesse, Handwerksmesse).

Zur zeitlichen und inhaltlichen Koordination liegt die Berufswahlvorbereitung in der Hand eines Kollegen, der mit den Klassenlehrern vor den Sommerferien die Planung für das folgende Schuljahr bespricht. Dadurch garantieren wir für alle Schüler eine Berufswahlvorbereitung auf gleichmäßig hohem Niveau.

 

Übermittagsbetreuung - offener Ganztag

Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Köln (AWO) eine Übermittagsbetreuung für unsere Schüler an. Sie findet von Montag bis Donnerstag nach Unterrichtsschluss bis 16:00 Uhr statt. Das Angebot beinhaltet ein warmes Mittagessen, eine Hausaufgabenbetreuung und zahlreiche Arbeitsgemeinschaften. Das Angebot richtet sich insbesondere an die jüngeren Kinder an unserer Schule.

Nach Unterrichtsschluss nehmen die Schüler zuerst eine Mahlzeit in der schuleigenen Mensa ein. Die Gerichte liefert eine Cateringfirma. Aus Rücksicht auf unsere Kinder muslimischen Glaubens, achten wir immer darauf, auch eine Mahlzeit ohne Schweinefleisch anzubieten.

Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen können die Schüler unter Aufsicht geschulter AWO-Mitarbeiter ihre Hausaufgaben erledigen. Ältere Schüler, die unser Tutorenprogramm durchlaufen, unterstützen die Jüngeren bei den Hausaufgaben. Schüler, die in unserem Streitschlichtungsprojekt zu Mediatoren ausgebildet wurden, stehen den Kinder während der Übermittagsbetreuung als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nach Erledigung der Hausaufgaben haben die Schüler die Möglichkeit an Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen Lesen, Kunst, Sport, Theater, Spiel u. v. m. teilzunehmen. Im künstlerischen Bereich besteht eine Kooperation mit dem Kölner Kunstverein.

Damit eine Übermittagsbetreuung angeboten werden kann, erhält die Schule einen Zuschuss zur Finanzierung von der Stadt Köln. Dieser reicht jedoch zur Kostendeckung nicht aus. Deshalb müssen wir für die Teilnahme an der Übermittagsbetreuung einen Elternbeitrag erheben.

 

Erprobungsstufe - Jahrgangsstufen 5 und 6

Die Erprobungsstufe umfasst die Jahrgangsstufen 5 und 6. Sie dient der Orientierung der Schüler und der Feststellung der Eignung für die gewählte Schulform. D.h. Kinder und ihre Eltern können in dieser Zeit erproben, ob ein Kind den Anforderungen der gewählten Schulform entspricht. Am Ende der Erprobungsstufe entscheidet die Klassenkonferenz, ob der Schüler an der Schulform verbleiben kann. Die Verweildauer in der Erprobungsstufe umfasst in der Regel 2 Jahre (in Ausnahmefällen 3 Jahre). Während der Erprobungsstufe finden mehrere Konferenzen pro Jahr statt, in denen die Lehrer sich über die Entwicklung und den Leistungsstand jedes einzelnen Kindes genau informieren. In dieser Zeit hält unsere Schule verstärkt Kontakte zu den Grundschulen, die auch an diesen Konferenzen teilnehmen können. Ziel ist es, die Gesamtentwicklung des Kindes genau zu beobachten, um ggf. frühzeitig auf Lernschwierigkeiten eingehen zu können. Wir halten gleichzeitig intensiven Kontakt zu den Eltern und erwarten ihre Mitarbeit zur positiven Entwicklung ihres Kindes. Darüber hinaus will die Schule nach zwei Jahren der Erprobung auch zu einem fundierten Wissen über das Kind verfügen, um Eltern und Kinder sinnvoll über die weitere Schullaufbahn beraten zu können.

Unser pädagogisches Konzept:

In der Erprobungsstufe bemühen wir uns besonders darum, wenige Lehrer mit möglichst vielen Stunden in einer Klasse unterrichten zu lassen, um den Kindern die Umstellung vom Klassenlehrer- zum Fachlehrersystem zu erleichtern. Zusätzlich erhalten die Schüler 2 Unterrichtsstunden pro Woche Ergänzungsunterricht - möglichst beim Klassenlehrer in den Fächern Deutsch, Englisch oder Mathematik mit dem Ziel der differenzierten Förderung in Kleingruppen.

Zur Unterstützung setzen wir in den Jahrgangsstufen 5 und 6 "Paten" als verantwortliche Betreuer ein, die aus der Reihe der Mediatoren (Streitschlichter) ausgewählt werden und den einzelnen Klassen als Ansprechpartner Hilfe und Unterstützung leisten. Zusätzlich ist Schwerpunkt des Politikunterrichts in Jahrgangsstufe 5 „Soziales Lernen – Leben in der Klassengemeinschaft“ und „Konflikte selbstständig lösen“.

Wir bieten neben dem vorgeschriebenen Unterricht der Stundentafel

  • Schwimmen zusätzlich zu Sport in Jahrgangsstufe 5,
  • 2 Stunden Ergänzungsunterrichtunterricht (D, M, E) – möglichst beim Klassenlehrer,
  • Musisch-künstlerische Angebote (z. Zt. Erlernen eines Musikinstrumentes in der Bläserklasse (Rheinische Musikschule),Theater-AG, Chor),
  • Sportturniere,
  • Unterricht in anderer Form (Unterrichtsgänge, Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern z.B.: Museumskunstschule, Zooschule / Waldschule, mit Theaterpädagogen, mit Theatern, der Oper etc.),
  • außerunterrichtliche Angebote.

 

Fortbildung

Ziele und Aufgaben der Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer

Vor dem Hintergrund des lebenslangen Lernens und der Weiterentwicklung der eigenen Person ist Fortbildung unverzichtbar, um den Anforderungen des Lehrberufes gerecht zu werden. Fortbildung muss sich dabei an den Bedürfnissen und Anforderungen des Lehrberufs und der Schule orientieren. Die Fortbildungsinhalte sind in den schulischen Alltag zu integrieren.

Sie dient der Erweiterung und Vertiefung der

  • aufgabenbezogenen Kompetenz,
  • Sozialkompetenz,
  • Methodenkompetenz,
  • fachinhaltlichen Kompetenz.

Fortbildungen sollen das Schulprogramm unterstützen und weiterentwickeln. Die Interessen der am Schulleben Beteiligten sind zu berücksichtigen. Interne und externe Fortbildungen finden z.T. für das ganze Kollegium oder auch projektbegleitend für ein Teilkollegium bzw. einzelne Kolleginnen und Kollegen statt. Dazu gehören Fortbildungen zu den Themen kooperativen Lernformen, Vorurteile und Diskriminierung sowie Sensibilisierung für gelebte Demokratie.