Die Arche Noah und der steigende Meeresspiegel

Erzählung nach einer Geschichte aus Tora, Bibel und Koran

Eines Tages bittet Gott Noah zum Gespräch, denn Gott kannte Noah als einen vorbildlichen Menschen.

Gott sprach zu Noah: „Mir gefällt es nicht, wie sich die Menschen weiter entwickeln. Sie schaden der Natur, Tiere sterben aus, die Eisberge schmelzen, bei Problemen wenden sie Gewalt an. Bald wird durch die schmelzenden Eisberge der Meeresspiegel ansteigen und die ganze Welt wird in den Fluten versinken. Da du aber, Noah, die Natur vorbildlich schützt und keine Gewalt anwendest, dürfen du und deine Familie überleben. Baue dir ein stabiles Schiff aus Eisen, auf dem du dich und deine Familie durch die Fluten steuern kannst. Weil immer mehr Tiere aussterben, können diese Lebewesen mit an Bord kommen.“

Nachdem Gott das Gespräch beendet hatte, wurde Noah sehr traurig und bedauerte das schlimme Schicksal der Menschen. Dennoch versuchte Noah auf die Menschen einzuwirken, dass sie ihr Verhalten ändern. Aber er war hier nicht erfolgreich, weil sehr viele Menschen keine Einsicht zeigten. So begann Noah auf den Rat Gottes hin, sein Schiff zu bauen. Als das Schiff fertig am Ufer lag, berichtete Noah von seinem Gespräch mit Gott und bat seine Familie, alles Notwendige für eine weite Reise zu packen. Da schrie Noahs Frau: „Das ist ja grauenhaft. Wir müssen sofort die Menschen warnen. Wir können sie doch nicht alle ertrinken lassen. Kommt Kinder, wir gehen sofort los.“ Da antwortete Noah: „Wir können die Flut nicht aufhalten, weil Gott will, dass die Menschen für ihre Taten selbst die Verantwortung übernehmen. Und der Klimawandel bringt eben die Flut“. Dennoch war Noahs Frau tief verzweifelt. Inzwischen sammelte Noah auf seinem Schiff Tiere und seine ganze Familie. Auf den Schiffsmast hatte sich noch eine fremde Frau gerettet. Die Kinder hörten nicht auf die Diskussion der Eltern, sie waren ganz fasziniert vom ansteigenden Wasser, in dem Kirchen und Moscheen am Ufer verschwanden. Sie schrien aufgeregt: „Hört auf zu diskutieren, schaut mal an Ufer, die Stadt verschwindet.“

Die Mutter wollte die Katastrophe gar nicht sehen und zog sich traurig zur. Noah ging zu seine Frau und sprach zu ihr: „Wir können nicht mit ansehen, wie die Menschen leiden, für die Katastrophe sind sie selbst verantwortlich, dennoch leiden wir mit ihnen. Das, was wir jedoch tun können, ist für sie zu Gott zu beten. Barmherziger Gott, nimm die Menschen auf in dein Reich, vergib ihnen ihre Schuld und sei ihnen gut.“ So beteten sie jeden Morgen für die Opfer. Die Kinder hofften, dass die Fluten bald zurückgehen würden. Aber dies dauerte noch eine Weile.

Arche Noah Bild

Bild: Mourida K. (5e); Foto: Lisa-Sophie F. (10b)

Die Fahrt auf der Arche war nicht ungefährlich. Nach zwei Wochen auf mittlerweile hoher See, riss ein großer Felsen unter Wasser ein Loch in die Schiffswand. Alle schrien panisch: „Wir sinken.“ „Tu doch etwas“, flehte Noahs Frau ihren Mann an. Noah stopfte sofort das Loch mit Stroh und legte darüber eine Holzplatte, so dass kein Wasser mehr in das Boot eindringen konnte und alle Flüchtenden sehr erleichtert waren. Erst als die Flüchtenden weder Stadt noch Land sahen, sondern nur eine unendliche Meeresfläche zu sehen war, wich das Wasser langsam zurück.

Nach mehreren Wochen sahen Noah und seine Familie erste Bodenflecken. Sie jubelten: „Schaut, jetzt kommt endlich Land in Sicht.“ Noah ältester Sohn wollte schon das Boot verlassen, da verbot es ihm Noah: „Die Bodenfestigkeit müssen wir erst noch prüfen. Dazu lassen wir zunächst einen Vogel fliegen.“ Doch Noahs Sohn gehorchte nicht und stieg aus dem Boot. Als er nicht versank, wusste Noah, dass sie das Land wieder betreten konnten. So verließen Noah, seine Familie das Schiff und begaben sich ans Ufer, wo sie sich aus angeschwemmten Holz ein Haus bauten.

Gott segnete Noah und seine Familie. Noah versprach Gott, auch in Zukunft dafür zu sorgen, dass die Menschen ihre Verantwortung für den Schutz der Schöpfung wahrnehmen würden.

Aleyna Celik (5e)